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Genom-Editierung mit CRISPR/Cas9

Mit Hilfe der CRISPR/Cas9-Systeme können die Genome der unterschiedlichsten Organismen bearbeitet werden. Doch wie funktioniert die neue Gentechnik mit dem unaussprechlichen Namen?

Hintergrund

Durchbruch in der Gentechnik: Emmanuelle Charpentier erhält Kavli-Preis

Emmanuelle Charpentier, Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, gehört zudem Gewinnern des international renommierten Kavli-Preis. Gewürdigt wird ihre Pionierarbeit bei der Entwicklung des CRISPR-Cas9-Systems, einem revolutionären Gentechnik-Tool. Die Preisverleihung findet am 4. September 2018 in Oslo statt

1. Juni 2018

Emmanuelle Charpentier, Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, gehört zu den Gewinnern des international renommierten Kavli-Preises. Gewürdigt wird ihre Pionierarbeit bei der Entwicklung des CRISPR-Cas9-Systems, einem revolutionären Gentechnik-Tool. Die Preisverleihung findet am 4. September 2018 in Oslo statt.
Von links nach rechts: <span>Emmanuelle Charpentier, Jennifer A. Doudna und Virginijus Šikšnys</span> Bild vergrößern
Von links nach rechts: Emmanuelle Charpentier, Jennifer A. Doudna und Virginijus Šikšnys

Charpentier, die am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin forscht, teilt sich den Preis mit Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley, USA, und Virginijus Šikšnys von der Universität Vilnius in Litauen. Die drei herausragenden Wissenschaftler werden "für die Erfindung von CRISPR-Cas9 geehrt, einem präzisen Nanotool zur Bearbeitung von DNA, das die Biologie, Landwirtschaft und Medizin revolutioniert hat“, heißt es in der Begründung der Jury.

Neben den Nanowissenschaften wurde der Kavli-Preis auch an die Astrophysikerin Ewine van Dishoeck aus den Niederlanden in der Kategorie Astrophysik sowie an die Neurowissenschaftler A. James Hudspeth (USA), Robert Fettiplace (UK) und Christine Petit (Frankreich) im Bereich Neurowissenschaften verliehen. "Diese Preisträger stehen für eine wahrhaft bahnbrechende Forschung, von der die Menschheit auf tiefgreifende Weise profitieren wird. Sie werden zudem auch zukünftige Generationen inspirieren, weiter nach Antworten auf drängende Fragen zu suchen. Durch ihr Engagement und ihre Innovationskraft haben sie das Verständnis für unsere Existenz gestärkt", sagt Ole M. Sejersted, Präsident der Akademie. Die Preise werden im Rahmen eines Banketts mit Seiner Majestät König Harald aus Norwegen im Rathaus von Oslo verliehen.

Das CRISPR-Cas9-System von Bakterien lässt sich als extrem präzises Werkzeug einsetzen, um genetisches Material zu bearbeiten und die Funktion von Genen zu untersuchen. Daran knüpft sich die Hoffnung, dass diese Gen-Schere dereinst auch genutzt werden kann, um neue Behandlungsmöglichkeiten für schwerwiegende Krankheiten des Menschen zu entwickeln. In 2011 veröffentlichte Charpentier einen wegweisenden Artikel in der Zeitschrift Nature, in der sie die tracrRNA, ein RNA-Molekül, als Teil des Abwehrsystems CRISPR-Cas9 beschreibt. Ein Jahr später legte sie im Fachmagazin Science dar, wie der duale RNA-Cas9-Mechanismus als CRISPR-Cas9 Technologie gezielt genutzt werden kann.

Die Entdeckung war ein Meilenstein in der Molekularbiologie – und wurde schon mehrfach ausgezeichnet: So erhielt Emmanuelle Charpentier unter anderem den Breakthrough Prize in Life Sciences, den Ernst-Jung-Preis, den Louis-Jeantet-Preis für Medizin, den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis sowie den Japan-Preis 2017.

Der Kavli-Preis

Der Kavli-Preis basiert auf einer Partnerschaft zwischen der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, der Kavli Foundation und dem Norwegischen Ministerium für Bildung und Forschung. Der Kavli-Preis wird alle zwei Jahre in den Forschungsfeldern Astrophysik, Nanowissenschaften und Neurowissenschaften verliehen; erstmalig 2008. Bis jetzt haben 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Ländern den Preis erhalten. Alle Preisträger werden von Gremien ausgewählt, deren Mitglieder von sechs der weltweit renommiertesten Forschungsorganisationen und Hochschulen empfohlen werden. Der Preis gilt daher als einer der wichtigsten Auszeichnungen in den drei Forschungsfeldern. 

 TH/JE

 
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