Wie beeinflusst der Klimawandel Krankheiten, die durch Moskitos übertragen werden?

6. April 2020

Paola Carrillo-Bustamante, Staff Scientist in der Forschungseinheit von Elena Levashina, hat erfolgreich Fördergelder des Klaus Tschira Boost Fund eingeworben. Paola stehen jetzt für zwei Jahre 80.000 € zur Verfügung, um der Frage nachzugehen, wie Umweltveränderungen die Entwicklung von Moskitolarven beeinflussen und sich so auf die Übertragungsrate von Krankheiten auswirken. Der Klaus Tschira Boost Fund bietet Paola außerdem viele karrierebegleitende und -fördernde Maßnahmen, wie Peer-Mentoring und Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Paola Carrillo-Bustamante © MPIIB

Moskitos zählen zu den gefährlichsten Tieren der Welt. Sie übertragen für den Menschen folgenschwere Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber. Bisher beschränkt sich ihre Verbreitung hauptsächlich auf tropische und subtropische Regionen. Klimawandel und globale Erwärmung allerdings verändern diese Lebensräume und ermöglichen die Ausbreitung der Moskitos auf weitere Regionen der Erde.

Es stellt sich also die Frage: Wie werden sich Moskitoarten in Zukunft verbreiten? Und was sind die klimatischen und ökologischen Faktoren, die die Entwicklung von Moskitos und deren Fähigkeit zur Krankheitsübertragung begünstigen?

Paola Carrillo-Bustamante möchte mit ihrem Projekt zur Beantwortung dieser Fragen beitragen. Ihr Fokus liegt dabei auf der Entwicklung der Moskitolarven, die zumeist in stehenden Gewässern erfolgt. Paola fokussiert sich auf drei wesentliche Komponenten des Larvenhabitats: Temperatur, pH-Wert und Nährstoffgehalt des Wassers. Sie möchte untersuchen, wie sich die Veränderung dieser drei Komponenten auf die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit der Larven auswirkt. In der Studie werden die Larven von zwei Mückenarten parallel untersucht: Anopheles gambiae (Wirt für menschliche Malariaparasiten) und Aedes aegypti (Wirt für Dengue- und Zika-Virus).

Paola plant, in ihrem Projekt Laborexperimente und Feldforschung mit mathematischen Auswertungen und computergestützten Modellierungen zu kombinieren. Ihr Forschungsansatz ist neuartig und damit auch hoch riskant – für die Förderung genau solcher Projekte tritt der Klaus Tschira Boost Fund an. Paola erhält aus diesem Fund nun für zwei Jahre insgesamt 80.000 Euro. Diese Förderung gibt Paola auch die Möglichkeit, ihre Forschungskooperation mit Dr. Mario Grijalva am Zentrum für Gesundheitswissenschaften Lateinamerikas (Center of Research on Health in Latin America - CISeAL) in Quito, Ecuador zu intensivieren.

Paolas Ziel ist es, Computersimulationen zu entwickeln, mit denen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Dynamik der Mückenpopulation vorausberechnet werden können. Dies kann wiederum helfen, Rückschlüsse auf das Übertragungspotenzial von Parasiten und Viren zu ziehen und entsprechende vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Menschen zu planen.

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