Initiative Transparente Tierversuche startet

1. Juli 2021
Das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie ist Erstunterzeichner der Initiative von DFG und „Tierversuche verstehen“ für transparente Information und offene Kommunikation über Tierversuche in der Forschung.

 Im Jahr 2020 machten Zebrafische 13 Prozent der Tiere in der Forschung am MPIIB aus. Die kleinen Fische werden eingesetzt, um Tuberkulose zu untersuchen und neue Therapieansätze für den Menschen zu identifizieren.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen getragene Informationsplattform „Tierversuche verstehen“ starten am heutigen Donnerstag, dem 1. Juli 2021, die „Initiative Transparente Tierversuche“. Darin erklären Forschungseinrichtungen mit lebenswissenschaftlicher Ausrichtung, transparent über Tierversuche zu informieren, den öffentlichen Dialog über tierexperimentelle Forschung aktiv mitzugestalten sowie untereinander Erfahrungen auszutauschen und Aktivitäten bekannt zu machen. Das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie gehört mit weiteren Universitäten, Kliniken, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, forschende Unternehmen sowie Fachgesellschaften und Förderorganisationen zu den 53 Erstunterzeichnenden der Initiative. Weitere Einrichtungen sollen folgen.

Eine eigens für die Initiative eingerichtete Webseite listet alle Unterzeichnenden auf, bietet Beispiele für gelungene Kommunikation zu Tierversuchen und stellt Informationen zur Unterstützung der Unterzeichnenden bei der Umsetzung der genannten Ziele zur Verfügung. Die Initiative folgt ähnlichen Aktivitäten in anderen europäischen Ländern, etwa Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Auch das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie hat sein Informationsangebot rund um Tierversuche in der Forschung ausgebaut. Die neue Website „Tierversuche in der Forschung“ enthält Informationen zu den Tierarten, die in der Institutsforschung eingesetzt werden, den Forschungsprojekten, die Tierversuche nutzen, Alternativmethoden und die aktuellen Zahlen und Statistiken zu Tierversuchen. Das Informationsangebot soll kontinuierlich ausgebaut werden

Die Initiative Transparente Tierversuche reiht sich am 1. Juli in verschiedene Kommunikationsaktivitäten weltweit ein. Anlass ist der von der European Animal Research Association (EARA) organisierte, internationale „Be Open about Animal Research Day”, ein Aktionstag, in dessen Rahmen Beispiele für Offenheit und Transparenz in der tierexperimentellen Forschung geteilt werden. Die begleitende Social-Media-Kampagne ist unter dem Hashtag #BOARD21 zu finden.

In der biomedizinischen Forschung stellen Tierversuche nach aktuellem Forschungsstand einen wichtigen Bestandteil des experimentellen Methodenspektrums dar. Für grundlegende Erkenntnisse und medizinisch relevante Entwicklungen war und ist die Forschung mit Tieren essenziell. Zwar haben methodische Forschungsarbeiten der jüngeren Vergangenheit dazu beigetragen, dass Tierversuche in manchen experimentellen Ansätzen durch alternative Methoden ersetzt oder im Umfang reduziert werden können, ein vollständiger Ersatz von Tierversuchen ist jedoch noch nicht absehbar. Auch in Zukunft werden diese Versuche zum Erkenntnisgewinn und zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze und Methoden benötigt werden.

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