Tierversuche in Zahlen
Zahlen und Statistiken zu Tierversuchen am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Im Jahr 2025 wurden am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie 1883 Tiere bei wissenschaftlichen Versuchen und zum Training von Auszubildenden eingesetzt. Damit bleibt die Zahl der Versuchstiere im Vergleich zum Vorjahr (1875 Tiere) konstant. Die am häufigsten eingesetzten Tiere waren Zebrabärblinge (861 Tiere). In größerem Maßstab wurde 2025 die Fischart Danionella cerebrum verwendet (535 Tiere), während die Anzahl der eingesetzten Mäuse im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen ist (900 Tiere in 2024; 482 Tiere in 2025). Drei Ratten wurden für das Training unserer Tierpflege-Auszubildenden eingesetzt. Darüber hinaus wurden zwei Versuche mit Krallenfröschen abgeschlossen.
Versuchstierzahlen der vergangenen Jahre
Belastungs- und Schweregrade der Tierversuche
Mit der jährlichen Meldung der Versuchstierzahlen werden auch Angaben von Belastungs- und Schweregraden der Tierversuche an die zuständige Behörde übermittelt. Die Einteilung der Belastungsgrade sind in der Richtlinie 2010/63/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2010 zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere festgelegt.
Die genauen Definitionen lauten im Überblick:
Keine Wiederherstellung der Lebensfunktion: Verfahren, bei denen Tiere ohne Vorbehandlung zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden oder Versuche, die gänzlich unter Vollnarkose durchgeführt werden, aus der das Tier nicht mehr erwacht, werden als „keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ eingestuft. Ersteres macht den bei weitem größten Teil der zu Versuchszwecken getöteten Tiere aus und fließt, obwohl sie laut Tierschutzgesetz nicht als Tierversuch gilt, als Belastungsgrad „keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ in die jährliche Versuchstiermeldung mit ein.
Gering: Verfahren, die bei den Tieren kurzzeitig geringe Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen sowie Verfahren ohne wesentliche Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere, werden als „gering“ eingestuft.
Mittel: Verfahren, die bei den Tieren kurzzeitig mittelstarke Schmerzen, mittelschwere Leiden oder Schäden oder lang anhaltende geringe Schmerzen verursachen sowie Verfahren, die eine mittelschwere Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere verursachen, werden als „mittel“ eingestuft.
Schwer: Verfahren, die bei den Tieren starke Schmerzen, schwere Leiden oder Schäden oder lang anhaltende mittelstarke Schmerzen, mittelschwere Leiden oder Schäden verursachen sowie Verfahren, die eine schwere Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere verursachen, werden als „schwer“ eingestuft.
Bei über 75 Prozent aller Tierversuche am MPIIB im Jahr 2023, wurden Tiere nur in geringem Maße belastet. Ein weiterer großer Teil der gemeldeten Tiere wurde zu wissenschaftlichen Zwecken schmerzfrei getötet, um zum Beispiel Zell- oder Gewebeproben zu entnehmen. Sie sind in der Statistik unter „Keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ erfasst. Die Zunahme an Versuche mit mittlerer Belastung resultiert aus Infektionsversuchen an Zebrafischen und Mäusen. Eine sehr geringe Anzahl von Tieren war in Versuch schwer belastet, nur 3,4 Prozent der Versuche fallen unter diese Kategorie. Bei diesen Versuchen sind die Wissenschaftler*innen verpflichtet, die Belastung engmaschig zu kontrollieren und soweit wie möglich durch geeignete Methoden (z.B. spezielles Futter und Schmerzmittel) zu reduzieren.

