Tierversuche in Zahlen

Zahlen und Statistiken zu Tierversuchen am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Die Anzahl der vom MPIIB in Tierversuchen eingesetzten Tiere sind in der untenstehenden Grafik aufgeführt. Mäuse wurden in den vergangenen Jahren deutlich häufiger bei Tierversuchen eingesetzt als Zebrafische. Durch die Schließung der Abteilungen Molekulare Biologie und Immunologie hat sich hat sich die Anzahl der verwendeten Mäuse in 2020 deutlich reduziert. Die Anzahl der eingesetzten Zebrabärblinge hat sich dagegen von 2019 auf 2020 verdoppelt– unter anderem durch die Forschungsgruppe In Vivo Zellbiologie der Infektionen, die ein Zebrafischmodell in ihrer Tuberkuloseforschung nutzt.

Tiere die in den Jahren 2019 und 2020 am MPIIB für Tierversuche eingesetzt wurden.

Mit der jährlichen Meldung der Versuchstierzahlen werden auch Angaben von Belastungs- und Schweregraden der Tierversuche an die zuständige Behörde übermittelt. Die Einteilung der Belastungsgrade sind in der Richtlinie 2010/63/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2010 zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere festgelegt.

Die genauen Definitionen lauten im Überblick:

Keine Wiederherstellung der Lebensfunktion: Verfahren, bei denen Tiere ohne Vorbehandlung zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden oder Versuche, die gänzlich unter Vollnarkose durchgeführt werden, aus der das Tier nicht mehr erwacht, werden als „keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ eingestuft. Ersteres macht den bei weitem größten Teil der zu Versuchszwecken getöteten Tiere aus und fließt, obwohl sie laut Tierschutzgesetz nicht als Tierversuch gilt, als Belastungsgrad „keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ in die jährliche Versuchstiermeldung mit ein.

Gering: Verfahren, die bei den Tieren kurzzeitig geringe Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen sowie Verfahren ohne wesentliche Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere, werden als „gering“ eingestuft.

Mittel: Verfahren, die bei den Tieren kurzzeitig mittelstarke Schmerzen, mittelschwere Leiden oder Schäden oder lang anhaltende geringe Schmerzen verursachen sowie Verfahren, die eine mittelschwere Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere verursachen, werden als „mittel“ eingestuft.

Schwer: Verfahren, die bei den Tieren starke Schmerzen, schwere Leiden oder Schäden oder lang anhaltende mittelstarke Schmerzen, mittelschwere Leiden oder Schäden verursachen sowie Verfahren, die eine schwere Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere verursachen, werden als „schwer“ eingestuft.

Bei über der Hälfte aller Tierversuche am MPIIB in den beiden Jahren 2019/2020, wurden Tiere nur in geringem Maße belastet. Ein weiterer großer Teil der gemeldeten Tiere wurde zu wissenschaftlichen Zwecken schmerzfrei getötet, um zum Beispiel Zell- oder Gewebeproben zu entnehmen. Sie sind in der Statistik unter „Keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“ erfasst. Eine sehr geringe Anzahl von Tieren war in Versuch schwer belastet. Dabei wurde die Anzahl der schwer belasteten Tiere in 2020 im Vergleich zum Vorjahr halbiert – von 1,1% auf 0,5% aller Versuche. Bei diesen Versuchen sind die Wissenschaftler*innen verpflichtet, die Belastung engmaschig zu kontrollieren und soweit wie möglich durch geeignete Methoden (z.B. spezielles Futter und Schmerzmittel) zu reduzieren.

Belastungsgrade der Tierversuche am MPIIB in 2019 und 2020.

Zur Redakteursansicht